Otto Hostettler's Blog

Google: da lacht ja das Pferd

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 Der Internet-Such-Gigant Google kann fast alles liefern: Nur mit Informationen, die ihn selber betreffen, hat er etwas Mühe.

Horse_blurIn Deutschland laufen ganze Ortschaften Sturm gegen das Google-Digitalisierungsprojekt Street-View. Mit den Autos, deren Fotoapparate-Aufbauten aussehen wie Sirenen-Lautsprecher, fotografiert Google derzeit landauf-landab Strassenzüge. In der Schweiz blieb der breite Protest aus. Trotzdem will sich Google hier nicht in die Karten blicken lassen: Eine Anfrage des Beobachters, in einem Google-Street-View-Auto mizufahren, blockte Google-Schweiz unter fadenscheinigen Gründen ab.

Vor Tagen machte nun die Meldung die Runde, der Internetgigant müsse auf Geheiss des Datenschützers im Vorfeld seiner Foto-Fahrten der Schweizer Öffentlichkeit ankünden, wo geknipst werde. Denn wer sein Haus nicht fotografiert haben möchte, könnte dies bei Google melden – zumindest theoretisch. Die Praxis sieht anders aus: Die Informationen über Street-View Schweiz sind dürftig. Über die anstehenden Foto-Touren ist nichts zu erfahren.

Anders in Deutschland: Hier informiert eine Webseite, wann in welcher Stadt gefilmt wird. Die Pressestelle schliesslich zeigt, wie sich der Konzern die Information der Öffentlichkeit hierzulande vorstellt. Kurz, knapp – aber leider wenig transparent. Dem Beobachter teilt der Google-Sprecher mit: „Die Ankündigung der Foto-Aufnahmen für Street-View in der Schweiz fand bereits im März dieses Jahres statt (Kantone Bern, Zürich und Genf)“. Punkt.

Sprich: Jedermann muss seit diesen Frühling mehr oder weniger in der ganzen Deutschschweiz damit rechnen, von Google fotografiert und für immer gespeichert zu werden. Auch wenn Google immer wieder betont, Gesichter würden automatisch unkenntlich gemacht, die Originalbilder werden weiterhin aufbewahrt, wie der hauseigene Datenschützer Peter Fleischer in einem Blog-Beitrag schreibt.

Weshalb? Für den Fall der Fälle, dass ein Programm falsche Stellen unkenntlich macht. So wie in New York, als das Programm ein Pferd im Central Park mit einem Menschen verwechselte und den Tierkopf unkenntlich machte. Zum Glück konnten die Originaldaten hervorgeholt werden, sonst hätte das arme Pferd nämlich nur noch anonym über die Bildschirme traben dürfen.

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Written by Otto Hostettler

24. Juni 2009 um 14:38

Veröffentlicht in Gesellschaft, Google

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