Otto Hostettler's Blog

AKW Beznau: Strahlung ausgetreten

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© Beobachter 2009/Otto Hostettler

Innerhalb weniger Monate ereignete sich im AKW Beznau zweimal die fast gleiche Panne.

Tritt in einem Schweizer AKW Radioaktivität aus, erfährt die Bevölkerung nicht unbedingt davon. So hielten es die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) vor bald drei Monaten nicht für nötig, die Öffentlichkeit über eine Panne im AKW Beznau zu informieren. Das Ereignis, bei dem Radioaktivität über den Abluftkamin austrat, ereignete sich am 1. Mai. Publik wurde es nur, weil es die Aufsichtsbehörde Ensi inzwischen auf ihrer Internetseite als «Vorkommnis» aufgeführt hat.

Bereits am 9. Januar war es zu einer ähnlichen Panne gekommen. Auch darüber wurde die Öffentlichkeit nicht informiert. Im Abluftkamin hatte das gleiche Überwachungssystem erhöhte Radioaktivität gemessen; darauf wurde eine «Containment-Teilisolation» ausgelöst. Die Verantwortlichen beteuern, dass die beiden Pannen «eine völlig unterschiedliche Ursache» hätten und im Januar keine Radioaktivität ausgetreten sei. Dass im Abluftkamin «ein höherer Wert» registriert wurde, sei auf «eine Fehlfunktion der Messeinrichtung» zurückzuführen.

Ein Systemfehler bei der Messung von Radioaktivität? Nicht gerade ein vertrauenserweckendes Signal.

Eine ähnliche Auffassung darüber, welche Informationen der Bevölkerung zugemutet werden können, hat auch die BKW. Dass die seit Jahren bekannten Risse im Kernmantel im AKW Mühleberg stetig weiter wachsen, wurde erst durch einen Bericht des Beobachter publik.

Den vollständigen Artikel lesen Sie im Beobachter 15/2009

(Bild Schweizerische Energiestiftung)

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Written by Otto Hostettler

22. Juli 2009 um 10:28

2 Antworten

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  1. Sehr geehrter Herr Hostettler

    Die Sicherheits-Systeme in den Schweizer AKWs sind sehr konservativ ausgelegt und mehrfach überwacht. Das heisst auf Deutsch. Die Systeme lösen eine Störung aus, wenn sie defekt sind. Genau das ist hier eingetreten und NICHTs Anderes. Es gibt schweizer Nuklearforschungslabors deren Sicherheits System lösen eine Störung aus, wenn der Wind aus Norden weht und dadurch natürliche Radioaktivität aus dem Schwarzwald detektiert wird. Das heisst auf deutsch. Die natürliche Radioaktivität ist ausserhalb des Labors grösser als innen drinn! Machen Sie nicht immer so ein Geschrei wenn ein Sicherheits-System eine Störug anzeigt und die Anlage automatisch in einen Sicheren Zustand fährt. Weder Mensch noch Natur hat irgendwelchen Schaden davon genommen. Sie fallen ja auch nicht in Hysterie wenn Menschen bei der Montage von Solarpanels vom Dach fallen und dabei getötet werden.

    freundliche Grüsse
    Michael Rast

    Michael Rast

    2. November 2009 at 09:50

    • Lieber Herr Rast,
      Die Aussage „in einen sicheren Zustand fährt“ ist für eine Teilisolation und Abschaltung doch sehr beschönigend. Wie es auch immer dazu kam, eine Abschaltung (grosser Lastwechsel) ist für den Reaktor jedesmal eine Belastung. Gerade deshalb werden die Schnellabschaltungen von der ENSI in den Jahresberichten aufgeführt. Zudem erwecken Systeme welche zu Störungen führen nicht vertraulich, schon gar nicht wenn an diesen innerhalb eines halben Jahres 2 mal dran rumgebastelt wird. Wie werden sie im Ernstfall reagieren: Erst mal raus nachmessen gehen ob tatsächlich Radioaktivität den Abluftkamin passierte?

      Jürg Joss

      4. November 2009 at 14:24


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