Otto Hostettler's Blog

Intelligente Stromzähler: in der Schweiz kein Thema

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Deutschland hat nicht nur punkto erneuerbarer Energien die Nase vorn, sondern auch bei der Energieeffizienz: Ab 1.1.2010 müssen in Deutschland bei Neubauten und grundlegenden Renovierungen Smart Meters eingebaut werden. Mit diesen so genannten intelligenten Stromzählern können Stromversorger aktuell beobachten, wer wo wieviel Strom verbraucht. Verbraucher ihrerseits können ihren Strom monatlich abrechnen. So wie dies etwa beim Handy oder anderen Dienstleistungen selbstverständlich ist. Wer viel verbraucht, zahlt viel und spürt dies subito im Portemonnaie.

Mit Smart Meters profitieren Stromkunden von mehr Transparenz, sie sehen – je nach Modell – wieviel Strom sie aktuell für die Heizung, fürs Licht oder für die Waschmaschine benötigen oder sie können Monats- und Jahresvergleiche abrufen. Stromlieferanten ihrerseits können ihre Kraftwerkskapazitäten und Stromnetze besser auslasten. Auch die Schweiz hätte eigentlich das Potenzial erkannt. Das Bundesamts für Energie veröffentlichte kürzlich eine Studie, die zu folgendem Schluss kommt: «Mit dem Einsatz von Smart Metering-Systemen können neue Energieeffizienzpotenziale bei den Endverbrauchern erschlossen werden, welche mit den heutigen elektromechanischen Zählern nicht zugänglich sind.» (Die Studie findet sich hier).

Und waseliwas unternehmen die Grossen der Schweizer Stromwirtschaft, die Axpo, die BKW etc? Wenig bis nichts, wie der Beobachter berichtete. In der Schweiz geht noch immer einmal im Jahr der «Zählerableser» von Haus zu Haus. So wie das schon immer war, seit die Schweiz elektrifiziert wurde. Eigentlich erstaunlich für ein Land, das mit Landys & Gyr den Stromzählerfabrikanten par excellence beheimatet (der notabene längst im Ausland mit neusten Zähler gute Geschäfte macht).

Interessanterweise finden sich im Magazin der Schweizer Strombranche inzwischen gleich seitenweise Inserate von Smart-Meter-Hersteller. Gut möglich also, dass die Schweizer Energieriesen irgendwann doch noch auf den Geschlack kommen: Sie könnten hierzulande durch ein besseres Strommanagement freie Energiemengen gewinnen und diese teuer nach Italien verkaufen. Das sollte für Axpo, BKW und Konsorten doch attraktiv tönen?

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Written by Otto Hostettler

30. Dezember 2009 um 16:46

2 Antworten

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  1. Sehen Sie keine Probleme bezüglich Überwachung?

    Immerhin lassen sich mit «intelligenten» Stromzählern die Lebensgewohnheiten der einzelnen Stromkunden sehr genau erfassen und aufzeichnen.

    mds

    30. Dezember 2009 at 20:35

    • Mein Stromlieferant weiss ja so oder so, wann ich wieviel Strom benutze. Ich denke, umgekehrt kann das Wissen ebenso Sinn machen. Wer mittags, wenn am meisten Strom verbraucht wird, auch noch waschen will, könnte dereinst einfach mehr für den Strom bezahlen müssen. Sprich: Der Kunde kann selber wählen, wann er Strom verbrauchen will. In verschiedenen Pilotversuchen konnten die so genannten Stromspitzen geglättet werden. Unser Kraftwerkspark ist ja auf die allerhöchste Spitze ausgelegt. Nur so kommt man auf die Argumenation, wir würden demnächst in eine Stromlücke fallen (übrigens behaupteten das die Stromkonzerne schon in den 60er Jahren).

      Otto Hostettler

      30. Dezember 2009 at 21:28


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