Otto Hostettler's Blog

Swissair-Attentat: Das Geheimprotokoll von Würenlingen

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Die Hintermänner des Swissair-Attentats von 1970 hatten womöglich später beim Attentat von Lockerbie ebenfalls ihre Finger im Spiel. Darauf deutet ein geheimes Protokoll der Bundespolizei hin. Das Justiz- und Polizeidepartement verweigert dem Beobachter die Einsicht.

19 Jahre nach dem Swissair-Absturz von Würenlingen und wenige Monate nach der Explosion eines Pan Am-Jumbos über Lockerbie diskutierten schottische Polizeiermittler und die Bundespolizei mögliche Parallelen der beiden Anschlägen. Davon zeugt ein Protokoll, das in den Würenlingen-Akten im Bundesarchiv liegt. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement verweigert aber dem Beobachter die Einsicht in das möglicherweise brisante Dokument. Alle anderen Akten der Polizeiermittlung (Bild) konnte der Beobachter einsehen.

Gemäss dem Titel des geheimen Protokolls trafen sich die schottischen Polizeibeamten mit der Bundespolizei und Ermittlern einer Kantonspolizei. Das Treffen dauerte zwei Tage und fand am 24. und 25. Mai 1989 in Bern statt. Anfänglich hatten die Ermittler in Lockerbie ebenfalls das Generalkommando der palästinensischen Befreiungsfront PFLP-GC im Fokus, das für den Absturz der Swissair-Maschine von 1970 verantwortlich gemacht wird. Erst zwei Jahre später präsentierten amerikanische Ermittler zwei Libyer als angebliche Täter des Lockerbie-Anschlags.

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement will das Dokument der Bundesanwaltschaft noch bis im Jahr 2040 unter Verschluss halten, wie es in einer Verfügung an den Beobachter festhält. Sprich: Das Treffen von 1989 ist auch heute noch von derart grosser Brisanz, dass es weitere 30 Jahre geheim bleiben soll. Das EJPD schreibt: Eine Einsichtnahme würde «die Beziehungen zu ausländischen Staaten beeinträchtigen sowie die innere und äussere Sicherheit der Eidgenossenschaft gefährden». Zudem enthalte die Aktennotiz Informationen, «die im Zusammenhang mit dem Terrorismus stehen und aus denen Rückschlüsse in Bezug auf taktische oder operative Vorgehensweisen der Ermittlungsbehörden gezogen werden konnen.»

Bis heute mussten sich die mutmasslichen Täter des Swissair-Absturzes von 1970 nie vor einem Gericht verantworten, obschon sie schon wenige Tage nach dem Attentat ermittelt werden konnten (Hintergrund dazu im Beobachter 21/2010).

Den ganzen Artikel finden Sie im Beobachter 26/2010.

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Written by Otto Hostettler

23. Dezember 2010 um 16:32

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