Otto Hostettler's Blog

Hipp: es geht auch ohne Zucker

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Zuerst der gezuckerte Kinder-Tee, jetzt die viel zu süssen Kinder-Frühstücksflocken: Hipp nimmt nach Kundenprotesten gleich zwei Produkte vom Markt.

Jetzt auch noch die «Knusperflakes»: Hipp stellt die Produktion von einem weiteren gezuckerten Kinderprodukt ein, wie die deutsche Konsumentenorganidation Foodwatch meldet. Die «Knusperflakes» wurden vom Baby- und Kindernahrungsmittelkonzern auch in der Schweiz verkauft, sie bestanden zu über einem Drittel aus purem Zucker (35 Prozent). Wer also eine mittlere Schale dieser Flocken isst, verschlingt auch unbewusst vier Stück Würfelzucker.

Nach breiter Kritik von Konsumenten hat die Firma Hipp, Herstellerin von Baby- und Kindernahrungsmitteln, bereits den Rückzug ihres Kinder-Früchtetee angekündigt. Der Instant-Tee, der explizit für Kleinkinder ab 8 Monaten gedacht ist und als «Durstlöscher» angepriesen wurde, enthält in einer 2-dl-Tasse mehr als zwei Stück Würfelzucker. Ernährungsfachleute bezeichnen solche gezuckerten Getränke als ungeeignet für Kleinkinder. Die deutsche Konsumentenorganisation Foodwatch verlieh Hipp für dieses Produkt sogar das Prädikat «dreisteste Werbelüge des Jahres» und deckte die Kindernahrungsspezialistin mit Sitz in der Schweiz mit tausenden Beschwerde-Mails ein.

Den Tee-Rückzug kündigte der Konzern nur versteckt an, in einer Meldung über einen neuen Kinder-Tee im Beutel – «ganz ohne Zuckerzusatz». Ganz nebenbei heisst es, dieser neue Tee im Beutel ersetze den bisherigen Instant-Tee, dessen Produktion «bis Ende Jahr eingestellt» werde. Die lapidare Begründung: «Viele Eltern wurden durch die öffentliche Kritik im Zuge der Zuckerthematik in jüngster Zeit verunsichert.»

Es kommt Bewegung in die Zucker-Produktepalette: Zuvor verkündete bereits Nestlé, bei ihren Kinder-Frühstücksflocken  nächstes Jahr den Anteil Zucker zu reduzieren. Dies klingt zwar gut, in der Realität sind die «Cini Mini», «Lion» & Co aber noch immer sehr süss («Das Dessert schon zum zMorge»). Kein Wunder: «Frühstücksflocken sind von der Zusammensetzung her nichts anderes als zerbrochene Guetsli, die in Milch aufgelöst werden», sagt die Aargauer Ernährungsberaterin Franziska Widmer, Vizepräsidentin des Fachverbands Adipositas im Kindes- und Jugendalter.

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Written by Otto Hostettler

22. November 2012 um 07:32

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