Otto Hostettler's Blog

Archive for the ‘Datenschutz’ Category

Das muss sich eine Minderjährige im Chat gefallen lassen

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Die Chat-Plattformen Swisstalk, Chatmania und Partyguide sind alles andere als harmlose Plauderrunden. Vor allem minderjährige Frauen müssen sich einiges gefallen lassen, wie eine Recherche zeigt. Das Originalprotokoll:

<juerg_m>:     hoi

<ballerina15>: hoi

<juerg_m>:  bisch du dihei jetzt?

<ballerina15>:ja werum?

<juerg_m>: hesch du leggins a?

<ballerina15>: hä, werum meinsch? abr es stimmt

<juerg_m>: nur so. hesch ou e mini a oder nur leggins?

<ballerina15>: nei nur leggins

<juerg_m>: was für e farb?

<ballerina15>: schwarz. wie alt bisch du eigentlich?

<juerg_m>: 27. Bisch du den 15j oder jünger?

<ballerina15>: bald 16i

<juerg_m>: chönntisch du es iphone und e ipod bruche oder hesch das scho alles?

<ballerina15>: hmm. chönnt i scho bruche…

<juerg_m>: säg mal, wie gsehsch du denn us, wie gross bisch?

<ballerina15>: bi öppe 160cm, dunkelblondi haar.

<juerg_m>: bisch dünn?

<ballerina15>: hmm, weiss nid, chönnt eis zwöi kilo verlüre…

<juerg_m>: wie schwer bisch den?

<ballerina15>: öppe 45 kg

<juerg_m>: toll. Und, hettisch du den gern es ipone und de ipod?

<ballerina15>: wär schono cool. werum, hesch das zverschänke?

<juerg_m>: würdisch du den für das au öppis mache?

<ballerina15>: chunnt drufa

<juerg_m>: dich zeige. z.b im tanga oder so. was meinsch?

<ballerina15>: hmmm. bi grad chli vrläge… kenne di ja gar nid

<juerg_m>: wo wohnscht du denn?

<ballerina15>: kanton bern u du?

<juerg_m>: Thun. Vo wo bisch du genau?

<ballerina15>: Region Bern

<juerg_m>: würdisch das mache, wend die 2 sache bechunnsch? Oder lieber Geld?

<ballerina15>: weiss nid so rächt. klar chönti immr chli gäld bruche…

<juerg_m>: so 500 Franke, chönntisch das bruche?

<ballerina15>: ups, henne vil…eifach schnäll es tanga alegge u fertig?

<juerg_m>: hesch den es tanga?

<ballerina15>: nei, nume normali strings…

<juerg_m>:Gat au. Was hesch den bim string und bh für e grössi

<ballerina15>:hmm, halt e chlini grössi… Blödi frag: Bini nid chli zjung für Di?

<juerg_m>: für was?

<ballerina15>: für so öppis. ha das no nie gmacht…

<juerg_m>: ja wettisch den oder lieber nöd?

<ballerina15>: weiss nid so rächt. so elei… abr iphone wär mega cool

<juerg_m>: Hesch denn scho mal öppis vo dir zeigt?

<ballerina15>: wie meinsch zeigt? mim exfründ scho

<juerg_m>: würdisch ou meh mache, wenn mehr bechunnsch?

<ballerina15>: was heisst meh?

<juerg_m>: dich strichle la

<ballerina15>: vo wäm?

<juerg_m>: mier. Du überchämsch denn meh.

<ballerina15>: bini für di nids jung?

<juerg_m>: gseht me denn. Würdisch?

<ballerina15>: i weiss nid so rächt… müesst mirs mal richtig übrlege

<juerg_m>: was wettisch du denn mal für ganz blutt zeige?

<ballerina15>: hee, vou krass. weiss i doch nid!

<juerg_m>: überleg mal was Du wettisch, was chönntisch denn am beschte bruche?

<ballerina15>: kei ahnig. ächt. hesch du das scho vil so gmacht?

<juerg_m>: Nei. Was gfallt dir denn a dir am beschte?

<ballerina15>: hmm, mis gsicht isch gloub härzig, säge ömu mini kolleginne

<juerg_m>: was findisch no schön?

<ballerina15>: hmm, weiss nid. bi verläge…

<juerg_m>: säg mal, was no?

<ballerina15>: weiss doch nid, mi arsch findi dsfett…

<juerg_m>: söll i de mal richtig a luege und denn sage wie de isch?

<ballerina15>: würd dir grad no so passe… Säg mal, Du würdisch ächt 500 stutz zahle, wenni mi bi dir würd uszieh?

<juerg_m>: Ja, hesch Luscht?

<ballerina15>: aber keni föteli mache

<juerg_m>: Nei. Wie wit würdisch du di den uszieh?

<ballerina15>: höchschtens slip und bh

<juerg_m>: das ziehsch nid us?

<ballerina15>: gloub nid

<juerg_m>: wieso?

<ballerina15>: I kenne di ja nid…

<juerg_m>: du müesstisch aber scho alles uszieh für 500

<ballerina15>: du hesch abr vori gseit nur bis uf tangas…

<juerg_m>: und wen i no 500 druf lege, was denn?

<ballerina15>: jetz spinsch abr…

<juerg_m>: Was würdisch den mache?

<ballerina15>: … du verwirsch mi…

<juerg_m>: Säg mal, was würdisch denn? Mach e Vorschlag

<ballerina15>: Das weiss i doch nid.

<juerg_m>: Überleg. Säg scho. Alles???? würdisch denn alles uszie?

<ballerina15>: vilicht…

<juerg_m>: wen hettisch du denn zit?

****Chat abgebrochen****

Dieser Dialog bringt die Betreiber von Chatplatformen (v.a. Swistalk) in Rage. Hier gehts zu den Kommentaren.

Written by Otto Hostettler

17. August 2011 at 14:24

Chat: Das sollten Kinder und Eltern wissen

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Tatort Internet: Viele Eltern sind sich nicht bewusst, was auf Chat-Plattformen alles abläuft.  Erschreckend viele User auf den Plauder-Plattformen wollen nämlich nur das Eine, wie eine Recherche zeigt. 

Das müssen Kinder und Jugendliche wissen, wenn sie im Internet/Chatplattformen surfen:

  • Bevorzugen Sie soziale Netzwerke, in denen sich Personen mit dem richtigen Namen zu erkennen geben (Facebook).
  • Meide anonyme soziale Netzwerke (z.B. Netlog)
  • Akzeptiere nur «Freunde», die Du auch wirklich kennst
  • niemals Namen, Adresse, Telefonnumern, Schulhaus etc bekannt geben.
  • Keine Nicknames verwenden, die Hinweise auf Alter und Geschlecht geben
  • Es geht niemanden etwas an, ob man alleine zu Hause ist
  • Keine Daten von Seiten herunterladen, die man nicht kennt
  • Auch Kinder dürfen unhöflich sein und einen Dialog stillschweigend abbrechen

Das müssen Eltern wissen, deren Kinder im Internet/Chatplattformen surfen:

  • Halten Sie Schritt mit dem Computer-/Internet-Wissen Ihres Kinds
  • Nehmen Sie sich Zeit, mit Kindern über Internet, Chat, Facebook, Netlog etc und die Unterschiede der Plattformen zu diskutieren
  • Chat-Verbot bringt nichts, es animiert Kinder, heimlich zu chatten
  • bei Kindern unter 12 Jahren gehört der PC nicht ins Kinderzimmer
  • Schaffen Sie sich Einblick in die Internetkommunikation der Kinder und Jugendlichen, lernen Sie chatten und erfahren Sie, welche Chaträume Gefahren bergen
  • Informieren Sie sich über Chat: http://www.fit4chat.ch (Angebot der Luzerner Polizei für Kinder, Eltern und Lehrpersonen)
  • Wird Ihr Kind im Internet (sexuell) belästigt, wenden Sie sich an http://www.kobik.ch (Meldeformular)
  • Lernen Sie Ihrem Kind, dass auch Kinder Nein sagen dürfen

Written by Otto Hostettler

17. August 2011 at 14:06

Richter trotzt Facebook

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Wer im sozialen Netzwerk Facebook verleumdet wird, kann sich wehren. Erstmals wies ein Schweizer Gericht den US-Konzern an, er müsse den Eintrag eines Facebook-Mitglieds sperren, weil dieser die Persönlichkeitsrechte einer Schweizerin verletzt hat.

Konkret wehrte sich eine Frau gegen einen Nutzer, der sie mit Bild- und Texteinträgen auf dem sozialen Netzwerk diffamierte. Der Basler Medienanwalt Jascha Schneider verlangte darauf im Namen der Frau von Facebook, den Eintrag zu löschen. Zu Gute kam ihr, dass sie selbst nicht bei Facebook angemeldet ist.
Der US-Konzern stellte sich auf den Standpunkt, wer eine Reklamation anbringen wolle, müsse zuerst Mitglied werden. Doch dazu muss man die Geschäftsbedingungen von Facebook akzeptieren – und sich so einverstanden erklären, allfällige Streitigkeiten vor einem kalifornischen Gericht auszufechten. Mit diesem Trick erreichte Facebook, dass es für Internetbenutzer aus anderen Ländern – also auch aus der Schweiz – so gut wie aussichtslos ist, sich gegen die Firma zu wehren.
Das Zivilgericht Basel-Stadt wies den US-Konzern nun an, den ehrverletzenden Eintrag über die Frau zu löschen. Medienanwalt Schneider spricht von einem Präzedenzfall. Er zeige, wie sich ein Normalbürger gegen den Giganten Facebook wehren könne: «Internetbenutzer sind Facebook nicht einfach machtlos ausgesetzt.»

Allerdings bringt der Basler Entscheid für all jene, die bereits bei Facebook mitmachen, keine Vorteile bei juristischen Auseinandersetzungen. Sie haben die Nutzungsbedingungen der Plattform akzeptiert, womit für sie eben doch amerikanische Gerichte zuständig wären.

Written by Otto Hostettler

16. August 2011 at 14:37

Facebook: WOW, jetzt kannst Du sehen, wer gwundrig und naiv ist

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Facebook hat praktische Funktionen. Aber es gibt – wie im realen Leben – auch Überflüssiges, Lästiges. Spam zum Beispiel. Auf den Wurm «Wow, jetzt kannst Du sehen, wer sich dein Profil anschaut» fallen besonders viele herein. Aus Gwunder und Naivität.

Die Meldung kam dutzendfach herein: XY möchte Dich zur Veranstaltung «Wow Jetzt kannst Du sehen, wer Dein Profil ansieht» eingeladen. Gwundrig, wie Mensch halt ist, klicken viele Facebook-Nutzer den Link an. Sie denken, ein «Freund» teile ihnen etwas interessantes mit. Was sie aber nicht wissen: Damit werden sie auf eine externe Seite geladen, die über einen Java-Script eine Kettenreaktion auslöst. Den Link mit der spannenden Bezeichnung wird an alle seine Freunde weiter gesendet. Auf Deutsch: Spam, getarnt als Veranstaltungseinladung.

Wer das tut, outet sich unfreiwillig gleich noch selber und verbreitet mit einem geposteten Link, wer angeblich am häufigsten auf das eigene Profil zugegriffen habe. Dabei präsentiert der Wurm eine Rangliste mit jenen «Freunden», die am häufigsten das Profil besucht haben sollen. Doch offensichtliche Phantasiezahlen, sie sind bei unterschiedlichen Nutzern, die in die Falle getappt sind, sogar identisch.

Damit nicht genug: Der Wurm gräbt sich in das Profil des Nutzers ein. Er versendet – ohne Wissen der User – Chat-Nachrichten an Freunde, die gerade online sind. Mit der gleichen perfiden Empfehlung.

Written by Otto Hostettler

28. April 2011 at 13:35

Facebook führt Nutzer an der Nase herum

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Mit immer wieder neuen Änderungen gaukelt Facebook seinen Nutzern falsche Tatsachen vor. Viele erfahren gar nie, was ihre «Freunde» der Welt mitteilen.

Immer wieder neue Tools, Features oder Möglichkeiten schaltet Facebook auf seiner Plattform auf. Über viele dieser Neuerungen informiert der Konzern nur oberflächlich, unverständlich oder gar nicht. Das eine oder andere spricht sich dann im Netz umher, anderes bleibt unerkannt.

Beispiel eins: Die meisten Nutzer erfahren über viele ihrer Freunde nie etwas. Nicht etwa, weil diese nie etwas über sich in Facebook veröffentlichen würden. Sondern weil Facebook von sich aus entscheidet, welche Posts auf der Oberfläche eines Nutzers erscheinen soll. Priorität haben nämlich Posts von jenen «Freunden», mit welchen man in regelmässiger Interaktion steht. Sprich: Wer anderen ab und an einen Kommentar hinterlässt, erfährt auch von dessen Veröffentlichungen.

Statusmeldungen von Freunden, bei welchen man sich aber nie meldet, tauchen hingegen nie auf. Auch wenn man im realen Leben in noch so engem Kontakt steht. Facebook leitet aus dem Verhalten der Nutzer ab, wer angeblich ein tatsächlicher Freund ist und wer nicht.

Zurückzuführen ist diese Eigenartigkeit auf eine schon vor Monaten stillschweigend eingeführte Neuerung in den Standardeinstellungen zu «Neuste Meldungen / Hauptmeldungen». Wer die Meldungen von allen seinen «Freunden» lesen will – egal ob er mit ihnen über Facebook palavert – muss Folgendes ändern: Auf der Facebook-Seite bei der Bezeichnung «Neuste Meldungen» rechts davon das schwarze Dreickeck anwählen und Menü herunterklappen. –> «Optionen bearbeiten» auswählen, «Neuigkeiten-Einstellungen» ändern in «Alle deine Freunde und Seiten». Die Facebook-Standard-Einstellung lautet: «Freunde und Seiten, mit welchen du am häufigsten interagierst».

Beispiel zwei: Facebook hat kürzlich damit begonnen, die Profilbilder der Benutzer in Werbebotschaften einzubetten. So kommt es, dass auf der Facebook-Seite Ihrer «Freunde» plötzlich für ein Produkt geworben wird – mit Ihrem Bild dazu. Quasi als persönliche Empfehlung. Wer sein Bild nicht für die Werbung frei geben will, muss dies manuell ändern: Konto –> Kontoeinstellungen –> oben rechts Werbeanzeigen auf «niemand» stellen.

Written by Otto Hostettler

11. April 2011 at 13:05

Ich werde Shawne Fielding nicht los

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Shawne Fielding hängt an mir – ich habe gar keine andere Wahl: Ich muss ihr Freund bleiben.

Das kam so: Als ich das soziale Netzwerk Facebook zu erkunden begann, wollte ich auch Spass haben. Ein Arbeitskollege empfahl mir, Shawne Fielding als Freundin zu kontaktieren, das sei vielversprechend. Der Spass war tatsächlich garantiert. Mehrmals täglich erhielt ich ihre Statusmeldungen, erfuhr, dass sie im Flughafen darauf wartete, endlich ins Flugzeug nach New York steigen zu können. Sie teilte mir mit, dass sie gelandet sei, sie stellte ein Video online, auf dem sie im Cabrio durch Manhattan fuhr und aus dem Auto filmend knackige Velofahrer anflirtete. Sie zeigte auch, wie sie mit ihrem Golflehrer das Einlochen übte.

Das ging Tag für Tag so weiter, bis sie wieder zu Hause war und im Bademantel, das Cüpli in der Hand, durch die Wohnung schwebte und dazu in die Kamera hauchte: «Das Leben ist wunderbar.»

Shawne wurde mir plötzlich zu viel. So genau wollte ich gar nicht über ihr Leben Bescheid wissen. Ich machte, was in der Facebook-Szene verpönt ist: Ich kündigte ihr meine Freundschaft. Die Funktion heisst «Verbindung entfernen» (und war fast nicht zu finden). Das Gute an dieser Funktion: Shawne merkte nicht, dass ich ihr die Freundschaft gekündigt hatte – ausser sie hätte ihre Freundesliste aufgerufen, meinen Namen ins Suchfeld gegeben und festgestellt: «Mist, der Otto ist nicht mehr mein Freund.» Aber ich gehe davon aus, dass sie dazu keinen Anlass hatte.

//

Item, Shawne ging vergessen, wir lebten uns auseinander. Monate später, ich las in Klatschspalten über ihre innerehelichen Probleme, löschte sie ihr eigenes Facebook-Profil. Sie zog sich damals aus dem öffentlichen Leben zurück. Doch lange hielt die einstige Miss Texas, die als Botschaftergattin in Berlin ganz in Weiss durch die Schweizer Vertretung ritt, das nicht aus. Eines schönen Abends, ich war gwundrig, wie mein Uralt-Kollege Tschanz mit seinem Vater auf dem Töff durch die USA tourte und via Facebook Bilder nach Hause schickte, erhielt ich eine «Freundschaftsanfrage» eingeblendet. Von Shawne Fielding!

Damit das klar ist: Shawne und ich haben nie ein Wort miteinander gewechselt, nie eine E-Mail-Nachricht ausgetauscht, nie eine SMS geschrieben. Hat sie tatsächlich, kaum hatte sie sich wieder ein Facebook-Profil angelegt, meinen Namen in die Suchmaske getippt, um mich als verlorengegangenen Freund wieder zu sich zu nehmen? Wohl kaum. Oder hatte sie irgendwo sämtliche früheren Angaben gespeichert und liess sich diese alle wieder herstellen? Eher unwahrscheinlich. Es muss so gelaufen sein: Shawne Fielding hat die Facebook-Funktion «automatischer Freundefinder» aktiviert. Damit liess sie in den Tiefen der Facebook-Server alle jemals gespeicherten Daten durchforsten und kramte dabei auch meine Angaben wieder hervor.

Ich habe die Freundschaftsanfrage von Shawne abgelehnt, «ignoriert» heisst das in der Facebook-Sprache. Das war vor ein paar Wochen. Jetzt die Ernüchterung: Einer Arbeitskollegin will ich das narzisstische Profil von Shawne Fielding zeigen – und entdecke mich als ihr Freund. Einer von 4938. Aber mit Bild auf ihrer Startseite.

Ich bin gespannt, welche Freundschaft mir Facebook als Nächstes aufdrängt. Vielleicht wird man mir aber auch gleich den Entscheid abnehmen und per Statusmeldung mitteilen: «Du bist jetzt mit Françine Jordi befreundet.» Oder Facebook könnte eine neue Funktion kreieren: «Michelle Hunziker möchte um deine Hand anhalten.» Klick, und schon ist man verheiratet.

Written by Otto Hostettler

16. September 2010 at 10:27

Nespresso: kräftig im Mund, hartnäckig im Abgang

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Nespresso-Telefon-Verkäufer sind ha-ha-ha-hartnäckige Zeitgenossen. Und mindestens so mühsam.

cloony

Neulich um fünf vor zwölf, mittags, am Telefon:

Er: Guten Tag, hier ist Xy von Nespresso. Spreche ich mit Herrn sowieso?
Ich: Ja

Er: Gut, ich rufe an, um Ihnen die Angebote von Nespresso zu erläutern.
Ich: Danke, das ist nicht nötig. Wir kennen ihr Angebot und brauchen nichts.

Er: Ihre Frau ist aber Kundin von Nespresso, kann ich sie kurz sprechen?
Ich: Schauen Sie, meine Partnerin kommt schon wieder zu Ihnen, wenn sie Nachschub braucht. Das habe ich vorgestern bereits Ihrer Kollegin erklärt, als sie anrief. Es ist nicht nötig, dass Sie alle paar Tage anrufen und mir etwas verkaufen wollen.

Er: Also das hier ist kein Werbeanruf…
Ich: … ach ja, was ist es denn?

Er: Ich will Ihnen nur ein Angebot machen, falls Ihre Kaffeemaschine einmal repariert werden müsste.
Ich: (leicht genervt) Das nenne ich Werbeanruf. Wir haben aber keine Kaffeemaschine von Nespresso und benötigen nichts.

Er: Ach ja, Sie haben keine Nespresso-Maschine? Weshalb kauft Ihre Frau dann unsere Kapseln?
Ich: (ziemlich genervt). Eigentlich brauche ich mich nicht zu rechtfertigen. Aber meine Partnerin kauft Nespresso-Kapseln, damit sie im Büro Kaffee trinken kann. Thats it. Wir brauchen nichts von Ihnen. Bitte notieren Sie dies in Ihrer Datenbank.

Er: Gut, dann kontrollieren wir doch Ihre Angaben in unserer Datenbank. Stimmt diese Adresse noch?
Ich: (sehr genervt) Habe ich mich bei Ihnen gemeldet, um die Adresse zu ändern?

Er: Nein.
Ich: Also, dann hat sich auch nichts geändert!

Er: Telefonnummer stimmt also auch noch.
Ich: Hören Sie, ich beende jetzt dieses Gespräch und ich möchte von Ihnen nicht mehr angerufen werden.

Er: Das ist wirklich kein Werbeanruf.
Ich: nein, nein, überhaupt nicht. Auf wiederhören.

–Ende–

(Bild: Nespresso.com)

Written by Otto Hostettler

4. November 2009 at 14:30

Veröffentlicht in Datenschutz, Konsum, Wirtschaft

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