Otto Hostettler's Blog

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Wer überflüssigen Atomstrom kauft, erhält Geld

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© Beobachter 2010/Otto Hostettler

Strom beziehen und dafür Geld bekommen? Auf dem Energiemarkt ist alles möglich. Die Stromkonzerne kommt es billiger, Kohle- und Atommeiler trotz Überangebot weiterlaufen zu lassen und den Strom zu verschenken, statt die Werke zu drosseln.

Energiekonzerne erhielten über Weihnachten nicht nur Strom geschenkt, sondern bekamen auch noch Geld, wenn sie Strom «kauften». Der Grund: Winterliche Tiefdruckgebiete bescherten norddeutschen Windkraftwerken viel Strom – bei schwacher Nachfrage, denn Industrie und Gewerbe ruhten. Für Betreiber von europäischen Kohle- und Atomkraftwerken war es aber billiger, die Kraftwerke weiterlaufen zu lassen als zu drosseln – das Stromangebot wuchs.

Am 26. Dezember wars ganz verrückt: An der europäischen Strombörse in Leipzig kostete die Megawattstunde minus 200 Franken. Sprich: Pro Kilowattstunde, die ein Stromhändler bezog, erhielt er 20 Rappen (siehe EEX & Swissix Preise).

Den vollständigen Artikel lesen Sie im Beobachter 2/2010

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Written by Otto Hostettler

21. Januar 2010 at 09:23

Intelligente Stromzähler: in der Schweiz kein Thema

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Deutschland hat nicht nur punkto erneuerbarer Energien die Nase vorn, sondern auch bei der Energieeffizienz: Ab 1.1.2010 müssen in Deutschland bei Neubauten und grundlegenden Renovierungen Smart Meters eingebaut werden. Mit diesen so genannten intelligenten Stromzählern können Stromversorger aktuell beobachten, wer wo wieviel Strom verbraucht. Verbraucher ihrerseits können ihren Strom monatlich abrechnen. So wie dies etwa beim Handy oder anderen Dienstleistungen selbstverständlich ist. Wer viel verbraucht, zahlt viel und spürt dies subito im Portemonnaie.

Mit Smart Meters profitieren Stromkunden von mehr Transparenz, sie sehen – je nach Modell – wieviel Strom sie aktuell für die Heizung, fürs Licht oder für die Waschmaschine benötigen oder sie können Monats- und Jahresvergleiche abrufen. Stromlieferanten ihrerseits können ihre Kraftwerkskapazitäten und Stromnetze besser auslasten. Auch die Schweiz hätte eigentlich das Potenzial erkannt. Das Bundesamts für Energie veröffentlichte kürzlich eine Studie, die zu folgendem Schluss kommt: «Mit dem Einsatz von Smart Metering-Systemen können neue Energieeffizienzpotenziale bei den Endverbrauchern erschlossen werden, welche mit den heutigen elektromechanischen Zählern nicht zugänglich sind.» (Die Studie findet sich hier).

Und waseliwas unternehmen die Grossen der Schweizer Stromwirtschaft, die Axpo, die BKW etc? Wenig bis nichts, wie der Beobachter berichtete. In der Schweiz geht noch immer einmal im Jahr der «Zählerableser» von Haus zu Haus. So wie das schon immer war, seit die Schweiz elektrifiziert wurde. Eigentlich erstaunlich für ein Land, das mit Landys & Gyr den Stromzählerfabrikanten par excellence beheimatet (der notabene längst im Ausland mit neusten Zähler gute Geschäfte macht).

Interessanterweise finden sich im Magazin der Schweizer Strombranche inzwischen gleich seitenweise Inserate von Smart-Meter-Hersteller. Gut möglich also, dass die Schweizer Energieriesen irgendwann doch noch auf den Geschlack kommen: Sie könnten hierzulande durch ein besseres Strommanagement freie Energiemengen gewinnen und diese teuer nach Italien verkaufen. Das sollte für Axpo, BKW und Konsorten doch attraktiv tönen?

Written by Otto Hostettler

30. Dezember 2009 at 16:46

Axpo-Tochter droht mit Lichterlöschen

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Luzerner Gemeinden überlegen sich, ob sie ihren Strom weiterhin von der Axpo-Tochter CKW beziehen wollen. Das macht die CKW nervös.

Die grossflächigen Inseraten in der Zentralschweizer Tagespresse zeigen tiefschwarze Nacht, mitten darin hält eine Hand eine kleine Kerze. Dazu die Botschaft: «Wie würde das Leben in den kleinen Luzerner Landgemeinden wohl ohne CKW aussehen?». Wer so werben muss, hat offensichtlich ein Imageproblem.

Der Hintergrund: Die Stromlieferverträge von über 80 Luzerner Gemeinden laufen demnächst aus, die CKW hat alles Interesse, wiederum langfristige Abkommen zu schliessen und damit die Gemeinden über Jahre hinweg an sich zu binden. Doch ein Mini-Bürgerkomitee macht seit Monaten gegen die aus ihrer Sicht unvorteilhaften Stromverträge mobil, kritisiert die massiven Preiserhöhungen und fordert, die Gemeinden sollten die Stromversorgung selbst in die Hand nehmen. So wie das vielerorts in der Schweiz der Fall ist.

Liefern nämlich Gemeinden ihrer Bevölkerung und dem einheimischen Gewerbe selber Strom, ist dieser oftmals besonders günstig, wie verschiedene Beispiele zeigen. Im Kanton Luzern beispielsweise kostet eine Kilowattstunde Strom 38 Prozent mehr als im Einzugsgebiet des  Elektrizitätswerks des Kantons Zürich. An beiden Orten handelt es sich um Strom von der Axpo (der Beobachter berichtete). Zudem haben Gemeinden mit eigenem Energiewerk über die Stromleitungen Zugang zu den Haushalten und bieten schon heute attraktive TV-/Internetdienste an. Oder sie investieren in ein hochleistungsfähiges Glasfasernetz, das sie mit dem Stromnetz kombinieren. Zürich machts vor.

So gesehen hat die Axpo-Tochter CKW allen Grund zur Nervosität: Das Bürgerkomitee, anfänglich nur mit dem Stromnetz der Gemeinde Emmen beschäftigt, lancierte inzwischen eine kantonale Volksinitiative. Mehrere Gemeinden haben ihren Entscheid über die Langfristverträge mit der CKW aufgeschoben, den neuen Vertrag mit dem Stromkonzern hat noch nicht einmal die Hälfte der Luzerner Landgemeinden unterzeichnet.

Das Bürgerkomitee ist der Meinung, in den letzten Jahrzehnten sei das Stromnetz von den Konsumenten längst amortisiert worden, jetzt müsse es an die Gemeinden abgetreten werden. Die CKW ihrerseits bietet den Gemeinden einen Vertrag an, der über weitere 25 Jahre die Stromlieferungen regelt. Mit der Folge, dass die Verteilungsnetze dereinst nach Ablauf der Verträge noch immer in Hand der CKW liegen – obwohl die Konsumenten diese erneut amortisiert haben werden.

Written by Otto Hostettler

24. November 2009 at 20:11

Im Schneckentempo zum Breitbandnetz

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© Beobachter 2009/Otto Hostettler

Die Swisscom trödelt beim Bau ihres Glasfasernetzes. Dabei graben ihr Städte und Gemeinden das Wasser ab: Sie bauen eigene Netze – und ersparen den Bürgern hohe Swisscom-Rechnungen.

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«Die Swisscom baut das Netz der Zukunft» der markige Spruch aus der Eigenwerbung klingt gut, beschönigt aber die Realität. Denn die Swisscom hat eben erst damit begonnen, Privatliegenschaften an das ultraschnelle Glasfasernetz anzuschliessen. Kleinlaut muss Swisscom-Sprecher Olaf Schulze zugeben: «Wir dürfen uns keine Illusionen machen, es wird noch Jahre dauern, bis nur schon in den Städten alle Kunden einen Glasfaseranschluss haben werden.» Hochauflösendes Fernsehen, schnelleres Internet, Videofilme zum schnellen Herunterladen bleiben für die meisten Privathaushalte bis auf weiteres ein Wunschtraum.

Für die Swisscom ist das gemächliche Tempo nicht weiter schlimm: «Es gibt heute noch keine Anwendung, die eine solche Bandbreite benötigt.» Doch die Entwicklung der letzten Jahre zeigt eindrücklich: Neue Anwendungen befördern immer grössere Datenmengen durchs Netz, die Internetzugänge werden immer leistungsfähiger. Die Folge davon: Die Datenraten im Internet, also die Geschwindigkeit, verdoppeln sich etwa alle 20 Monate. Erste hochauflösende TV-Programme sind bereits verfügbar. Dass die Schweiz zügig ein Glasfasernetz aufbauen sollte, ist unbestritten.

Doch der Swisscom drängt die Zeit nicht. Das herkömmliche Kupferkabel ist für den nationalen Kommunikationskonzern eine sichere Einnahmequelle. Benutzer bezahlen Monat für Monat eine Grundgebühr fürs Telefon, zusätzlich die Gesprächstarife – und dazu erst noch ein Abonnement für den Internetzugang.

«Die Swisscom hat den Bau des Glasfasernetzes zu den Endkunden verschlafen», sagt Harry Graf, Sprecher des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich, das in Zürich ein eigenes Datennetz baut. In dünner besiedelten Gebieten ist der Ausbau für die Swisscom wenig lukrativ, das Glasfasernetz liegt für viele Liegenschaften unerreichbar fern.

Mehrere Städte haben inzwischen ihre Gemeindewerke oder Energieunternehmen beauftragt, eigene Leitungsnetze zu bauen. Seit das Zürcher Stimmvolk vor zwei Jahren 200 Millionen Franken für den Aufbau eines solchen bewilligt hatte, schlagen laufend weitere Kommunen diesen Weg ein. Darunter Basel, Bern, Genf, St. Gallen und Winterthur, aber auch regionale Zentren wie Burgdorf, Langenthal oder Meilen.

Doch nicht alle Gemeinden besitzen eigene Kabelnetze oder ein Energienetz. Im Kanton Luzern beispielsweise liefert die Axpo-Tochter CKW in fast allen 88 Gemeinden den Strom direkt bis in die Häuser. In Emmen zeigt nun ein Bürgerkomitee auf, dass eine Gemeinde trotzdem ein eigenes Datennetz aufbauen könnte. Eine geradezu ideale Gelegenheit bieten die langfristigen Stromlieferverträge, die zurzeit mit den CKW neu ausgehandelt werden.

Weiterlesen im Beobachter 14/2009

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(Bild: Swisscom)

Written by Otto Hostettler

8. Juli 2009 at 20:18

Strompreise: Die faulen Tricks der Stromkonzerne

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© Beobachter 2009

Ab dem 1. Januar gilt beim Strom der freie Markt. Resultat: Er wird für alle teurer. Dafür sorgen die Konzerne mit allen Mitteln. Denn eigentlich würden sie den Strom lieber ins Ausland verkaufen.

Der freie Strommarkt wird am 1. Januar 2009 mit einer Panne beginnen: Weil der Bundesrat in letzter Minute Massnahmen verfügte, um die happigen Preisaufschläge abzufedern, müssen die rund 900 Stromversorger gegen ihren Willen die Tarife neu berechnen. Erst im Frühling wird klar, wie stark die Preise steigen.

Dass der freie Markt höhere statt tiefere Preise bescheren wird, zeichnete sich bereits im Sommer ab. Über 2500 Personen haben inzwischen ihrem Ärger Luft gemacht und sich bei der neuen Regulationsbehörde Elcom (Elektrizitätskommission) beklagt. Haushalte müssen davon ausgehen, dass ihr Strom 10, 20 oder noch mehr Prozent teurer wird, Firmen klagen teils über Preiserhöhungen von 70 Prozent.

Während Haushalte bis auf weiteres von ihrem bisherigen Monopolanbieter abhängig bleiben, können Grossbezüger mit über 100’000 Kilowattstunden Jahresverbrauch den Lieferanten neu selber wählen. Zumindest theoretisch. In der Praxis funktioniert für viele der Markt nicht. Mehrere Grosskunden berichten dem Beobachter, weshalb sie den Strom wohl oder übel auch künftig vom bisherigen Monopollieferanten beziehen werden: Anfragen für Stromofferten blieben entweder unbeantwortet, oder aber der Preis fiel derart hoch aus, dass ein Vertragsabschluss nicht in Frage kam. «Mondpreise» nennt sich im Jargon ein solch überhöhtes Tarifangebot. Die betroffenen Firmen sprechen von kartellähnlichen Absprachen. Das Energieunternehmen Axpo bestreitet hingegen den Vorwurf: «Die wenigsten Schweizer Stromproduzenten haben genügend Strom, um neue Kunden ausserhalb der traditionellen Stammgebiete beliefern zu können», sagt Pressesprecherin Anahid Rickmann.

Im Ausland ist noch mehr Geld zu holen

Zudem: In mindestens zwei Fällen liessen hochrangige Vertreter von Stromkonzernen während Verhandlungen mit möglichen Kunden sogar unverblümt durchblicken, dass Schweizer Firmen als Kunden künftig gar nicht mehr attraktiv seien. Denn mit jedem Kunden, der hierzulande wegfalle, könne der frei werdende Strom auf dem internationalen Markt verkauft werden – natürlich zu höheren Preisen.

Viele Stromfirmen haben dank dem hochrentablen Stromgeschäft die Investitionen für das Netz weitgehend abschreiben können. Sprich: Die Konsumenten haben über ihre Rechnungen auch den Bau der Leitungen finanziert. Bei der Übergabe der Netze an die Swissgrid haben nun aber die Stromfirmen den Wert der Leitungen neu errechnet. Sie argumentieren, die Akten über den Bau und die Amortisation der Netze seien nicht mehr vorhanden. Folge: Die Leitungen werden ein zweites Mal amortisiert – erneut auf Kosten der Kunden.

Weiterlesen im Beobachter 26/08

(Bild: Jupiterimages)

Written by Otto Hostettler

23. Dezember 2008 at 16:17

Veröffentlicht in Energie, Konsum, Strom

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Dreckige Kohlekraft – Bern heizt kräftig mit

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© Beobachter 2008/Otto Hostettler

Der «rot-grüne» Kanton Bern will den Atomausstieg und setzt auf erneuerbare Energien. Ausgerechnet der kantonseigene Konzern BKW macht das Gegenteil: Er investiert Milliarden in schmutzige deutsche Steinkohlekraftwerke.

doerpen_01_2009

Auch das modernste Steinkohlekraftwerk ist noch eine Dreckschleuder: Fünf Millionen Tonnen des klimaschädigenden CO2 wird das Kraftwerk im norddeutschen Dörpen dereinst pro Jahr in die Luft verpuffen. Hinter dem Projekt steht der halbstaatliche bernische Energiekonzern BKW Energie AG. Weil die BKW mit dem hochrentablen Stromgeschäft in den letzten Jahren Eigenkapital und Rückstellungen in Milliardenhöhe bilden konnte, geht der Konzern nun international auf Einkaufstour: Neben den 1,6 Milliarden Franken für das Steinkohlekraftwerk in Dörpen steckt die BKW rund 700 Millionen Franken in eine Beteiligung an einem Steinkohlekraftwerk der belgischen Electrabel in Wilhelmshaven.
Damit nicht genug: Die BKW hat in aller Stille ein Projekt für ein drittes Steinkohlekraftwerk weit voran getrieben, wie Recherchen des Beobachters zeigen. In Nordenham, rund 30 Kilometer von Wilhelmshaven entfernt und ebenfalls in unmittelbarer Nähe der Nordsee, bereitete die BKW während mehrerer Monate ein weiteres, zwei Milliarden Franken teures Projekt vor. Gegenüber dem Beobachter bezeichnete die BKW die Pläne als «Gerüchte».

Doch vor Ort war das Vorhaben der BKW seit Wochen alles andere als ein Gerücht. Weil in der Kleinstadt Nordenham Bürgermeister-Wahlkampf herrschte, wurde heftig über die Pläne der BKW diskutiert. Erst Mitte dieser Woche teilten der neu gewählte Bürgermeister Hans Francksen ein erklärter Gegner des Projekts – zusammen mit dem örtlichen Wirtschaftsförderer mit, die BKW habe ihr Projekt zurückgezogen.

Auch wenn sich die BKW nun aus dem Projekt in Nordenham trotz weit gediehener Vorarbeiten kurzerhand zurückzieht: Ihre Investitionen in deutsche Steinkohlekraftwerke summieren sich nach wie vor auf über zwei Milliarden Franken. Und kostspielige Pläne hat die BKW auch für die Schweiz: BKW und Axpo, der Energiekonzern der Nordost- und Zentralschweiz, wollen in Mühleberg und Beznau je ein neues Atomkraftwerk bauen. Beide AKWs sollen dereinst je fünfmal mehr Strom liefern als der heutige BKW-Reaktor in Mühleberg. Dafür rechnet der bernische Energiekonzern für sich mit Kosten von drei bis vier Milliarden Franken.

Weiterlesen im Beobachter 4/2008

Written by Otto Hostettler

20. Februar 2008 at 10:42

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