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Fremdplatzierte bereiten Volksinitiative vor

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Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen bereiten eine Volksinitiative vor. Sie befürchten, der Runde Tisch von Bundesrätin Simonetta Sommaruga werde zur Alibiübung.

fremdplatziertBetroffene von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen verlieren die Geduld. Weil es nicht vorwärts geht in der Aufarbeitung und der Hilfe für Verding- und Heimkinder, Administrativ Versorgte, Zwangssterilisierte und Zwangsadoptierte wollen sie nun eine Volksinitiative lancieren, wie der «Beobachter» in seiner neusten Ausgabe berichtet.

«Falls der Runde Tisch nicht bis im Frühling 2014 zu greifbaren Resultaten kommt, wird die Guido-Fluri-Stiftung eine Volksinitiative lancieren», sagt Stiftungspräsident Guido Fluri. Der 46-jährige Unternehmer war als Kind selber fremdplatziert, jetzt engagiert er sich mit seiner Stiftung für die Aufarbeitung dieses düsteren Kapitels Schweizer Sozialgeschichte. Für die Volksinitiative hat die Stiftung bereits eine Million Franken zurückgestellt, wie der «Beobachter» weiter schreibt.

Mit dem Gedenkanlass von diesem Frühjahr initiierte Bundesrätin Simonetta Sommaruga auch einen Runden Tisch. Hier diskutieren jetzt Zwangssterilisierte, Verding- und Heimkinder sowie Administrativ Versorgte und Zwangsadoptierte mit Behörden- und Kirchenvertreter sowie verschiedenen Verbänden und Historikern über die Aufarbeitung. Doch dieser Prozess kommt nur zögerlich voran, zwischen den Sitzungen vergehen jeweils Monate. Zentrale Forderungen der Betroffenen sind die konsequente historische Aufarbeitung sowie eine Entschädigung und einen Härtefallfonds. Bis heute leben zahlreiche Betroffene aufgrund ihrer traumatischen Kindheits- und Jugendjahren in seelischer und finanzieller Armut.

Das Interview mit Guido Fluri im Beobachter 14/2013.
 

Verdingt und weggesperrt: Eine Entschuldigung genügt nicht.

(Bildmontage: Walter Emmisberger)

Gewalt in Kinderheimen: Privater lanciert Aufarbeitung

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Die düstere Geschichte der Schweizer Kinderheime dokumentieren: Weil die offizielle Schweiz noch immer davor zurückschreckt, macht sich jetzt die private Stiftung von Guido Fluri daran.

Viele von ihnen sind über 50, einige weit über 80. Doch damals, da waren sie Kinder. Etwa Karin Bürgisser: Anfang der siebziger Jahre war sie im Töchterinstitut auf der Steig in Schaffhausen von einer jähzornigen Erzieherin fast ertränkt worden. Oder Eveline Kuster (Name geändert), die in den sechziger Jahren im Waisenhaus Winterthur tagsüber vom Waisenvater windelweich geprügelt und nachts während Jahren sexuell missbraucht wurde – das erste Mal im Alter von neun Jahren.

Wie Tausende andere Kinder kamen sie ins Heim, weil sie entweder unehelich zur Welt gekommen waren oder das Leben ihrer Eltern nicht der damaligen Norm entsprach. Manchmal reichte es, wenn eine Vormundschaftsbehörde befand, ein Kind sei «schwer erziehbar».

Bis heute hat die offizielle Schweiz wenig getan, um die unrühmliche Geschichte der Kinderheime aufzuarbeiten. Aktiv wird jetzt ein Privater. Der 44-jährige Guido Fluri, der sich mit seiner nach ihm benannten Stiftung unter anderem gegen Gewalt an Kindern engagiert, startet ein umfangreiches Projekt zur Aufarbeitung der Geschichte sämtlicher Kinderheime der Schweiz.

Anlaufstelle für Betroffene, die zum Projekt «Historische Aufarbeitung Kinderheime der Schweiz» bei­tragen können: www.kinderheime-schweiz.ch; E-Mail: info@kinderheime-schweiz.ch; Telefon 078 658 04 31

Musterbrief für Betroffene zur Akteneinsicht findet sich hier.

Den vollständigen Artikel lesen Sie im Beobachter 24/2010

Written by Otto Hostettler

24. November 2010 at 21:16