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Diese Milchverarbeiter erhalten vom Staat Millionen

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33 Milchverarbeiter der Schweiz erhielten 2012 mindest eine Million Franken staatliche Unterstützung. Einsam an der Spitze liegt Emmi mit 46 Millionen Franken.

Eineinhalb Jahre lang verwehrte das Bundesamt für Landwirtschaft dem Beobachter die Einsicht in die Liste jener Milchverarbeiter, die von Subventionen profitieren. 300 Millionen Franken schüttet der Bund jährlich aus, um den Milchpreis zu stützen und den heimischen Käsern günstigen Rohstoff zu garantieren. Doch wer von dieser so genannten Verkäsungszulage profitiert, wollte das Bundesamt für Landwirtschaft nicht sagen. Anfänglich forderte es für die Einsicht eine absurd hohe Gebühr von 275’000 Franken. Alle 2500 Bezüger dieser Subvention müssten konsultiert werden, lautete die Begründung. Und für jeden Brief berechnete das Amt eine Stunde Aufwand à 100 Franken. Selbst für die Liste der 49 grössten Subventionsbezüger, alles Käsereien, die in den letzten Jahren über eine Million Franken kassierten, wollte das Bundesamt noch 5300 Franken (Beobachter 5/2013). Erst als der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte das Amt massregelte, rückte es die Liste heraus.

 

Das sind die 20 Top-Bezüger 2012 (in Mio. Fr.):

Emmi (inkl inkl Fromagerie de Saignelégier) 46.0
Züger Frischkäse AG, Oberbüren 15.2
Cremo 7.6
Imlig Käserei Oberriet AG 7.1
Strähl Käse AG 4.5
Milchgold Käse AG (Schürmann Melchior) 4.0
Swiss Premium AG, Dietikon 3.1
Käserei Marbach-Schangnau AG 2.8
Käserei Studer AG 2.6
Käserei Neuenschwander AG 2.6
Baer AG 2.2
Vallait SA 2.2
Sturzenegger Käse AG 2.0
Regio Chäsi Willisau 2.0
Käserei Risi AG, Waldkirch 1.8
Estavayer Lait SA (Migros) 1.8
Säntis Genossenschaft 1.5
Laiterie reunies de Genève 1.5
Wüthrich AG 1.5
Seiler Käserei
1.4

Die komplette Liste der wichtigsten Zulagenempfänger 2006 bis 2012 findet sich hier.

Written by Otto Hostettler

25. September 2013 at 07:35

Landwirtschaft auf der Autobahn

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Die Landwirtschaft boomt, jedenfalls aus der Optik der «BauernZeitung». Sie titelt in ihrer neusten Ausgabe: «Mutterkühe auf der Überholspur». Gemeint ist: Die Zahl der Mutterkühe stieg per Ende Juni auf 116’000, was einer Zunahme von 4.6 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum war die Zahl des Milchkuhbestands um 2,6 Prozent rückläufig. Damit ist die hoffnungsvolle Meldung aber auch schon zu Ende, denn auch heute gibt es noch rund fünf mal mehr Milchkühe als Mutterkühe. Kein Wunder, der Bund stützt die konventionelle Agrarwirtschaft nach wie vor mit Subventionen. So fliessen beispielsweise jährlich rund 300 Millionen Franken in Form einer «Verkäsungszulage» an die Käseverarbeiter und damit indirekt zu den Milchbauern, die frisch und fröhlich weiterhin viel zu viel Milch produzieren.

Written by Otto Hostettler

13. Juli 2012 at 08:50